Die Kölner Brücken


Über sieben Brücken musst du gehen, wenn du innerhalb der Stadtgrenzen alle Kölner Rheinbrücken überqueren möchtest.
Wie so viele Bauten in Köln, sind die heutigen Brücken aber keinesfalls die Ersten ihrer Art:

Die erste Brücke über den Rhein wurde bereits im Jahr 310 n.Chr. von den Römern etwas nördlich der Stelle gebaut, an der heute die Deutzer Brücke steht. Da sie unter Kaiser Konstantin gebaut wurde, ist sie auch unter dem Namen Konstantinbrücke, bzw. Konstantinische Brücke bekannt.

Sie war auf 19 Steinpfeilern errichtet, auf denen Holzbretter verlegt wurden und verband die damalige Stadt Colonia Agrippina mit dem Römerkastell Divitia, dem heutigen Stadtteil Deutz verband. Einige der Eichenpfähle aus dem Fundament findet man heute im Römisch-Germanischen Museum. Unklar ist, bis wann diese Brücke existierte. Es gibt Vermutungen, dass die Holzkonstruktion der Brücke nur knapp 100 Jahre bestand, andere Quellen besagen, dass die Brücke um 960 abgerissen worden sei und Teile von ihr zum Bau der Kirche St. Pantaleon verwendet wurden.

Fakt ist, dass es danach für lange Zeit keine feste Verbindung mehr über den Rhein gab.
Lediglich mit Schiffen und Nachen (flache Kähne) konnte der Fluss überquert werden.
Um 1700 wurde eine sogenannte Gierponte eingerichtet. Eine solche „fliegende Brücke“ war eine am Seil geführte Fähre, die, nur durch die Strömung angetrieben, zwischen den beiden Ufern pendelte. Da Kurköln sich zu dieser Zeit politisch eher Richtung Frankreich orientierte, standen eine Absicherung nach Osten, sowie auch finanzielle Interessen der Schifffahrt einem Bau einer neuen Brücke entgegen.

Erst unter den Preußen im Jahr 1822 sollte der Rhein wieder ohne Hilfe von Schiffen überquerbar sein. An der Stelle der alten Römerbrücke wurde eine Schiffsbrücke aus 42 Pontons mit aufliegender Fahrbahn errichtet. Sie wurde für den Schiffsverkehr zunächst drei mal täglich, später deutlich häufiger zur Passage geöffnet.

Im 19. Jahrhundert nahm der Eisenbahnverkehr dann schließlich so zu, dass man 1855 entschied, eine Eisenbahnbrücke über den Rhein zu bauen und das linksrheinische Köln an den Rest von Preußen anzubinden. 1859 wurde die Dombrücke errichtet. Sie war zwischen Basel und den Niederlanden die erste feste Brücke, die seit den Römern die beiden Ufer des Flusses verband. Auf direkter Höhe des Doms führte eine Fahrbahn auf südlicher- und Gleise auf der nördlichen Seite über den Rhein und machte sie sowohl für Kutschen, als auch für Züge nutzbar.
Auf beiden Seiten hatte sie verschließbare Tore, was ihr im Volksmund den Namen „Muusfall“, Mausefalle gab.

Kölner „Dombrücke“, circa 1890

1888 wurde zwischen der damals noch eigenständigen Stadt Mülheim und dem gerade nach Köln eingemeindeten Stadtteil Riehl eine weitere Pontonbrücke errichtet.

1894 wurde der neue Hauptbahnhof neben dem Dom eröffnet und schon bald überstieg die Anzahl der neuen Zugverbindungen die Kapazität der Dombrücke. 1907 begann man mit den Arbeiten an einer neuen Brücke an gleicher Stelle. Zwischen 1908 und 1910 wurde die Dombrücke zeitgleich zu den Bauarbeiten der neuen Brücke stückweise zurückgebaut, bis dass die Hohenzollernbrücke an ihrer Stelle 1911 eröffnet wurde.

Bereits 1910 wurde ein paar Kilometer Rheinaufwärts die Südbrücke, eine reine Eisenbahnbrücke eröffnet. Diese sollte allerdings ausschließlich dem Güterverkehr dienen.

1915 wurde dann die erste Straßenbrücke errichtet. Zwischen der Altstadt und Deutz ersetzte die Deutzer Kettenhängebrücke die Pontonschiffsbrücke (Cover-Bild). 1935 wurde sie in Hindenburg-Brücke umbenannt.

Bei der Eingemeindung der Stadt Mülheim 1914, verpflichtete sich Köln zum Bau einer festen Brücke. Erster Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise erlaubten den Bau allerdings erst 1927. 1929 wurde dann die erste moderne Brücke über den Rhein erbaut. Neu war, dass auf ihr nicht nur Autos, sondern auch die Straßenbahn fuhr. Vor allem war aber die Mülheimer Brücke die erste, die im „Kölner Grün“ gestrichen wurde.

Das heute so berühmte Chromoxidgrün wurde 1929 auf Wunsch von Konrad Adenauer von der Bayer AG angemischt. Original Farbplatten lagern heute noch im Amt für Brücken- und Straßenbau im Dunkeln gelagert, sodass eine Neuanmischung jederzeit möglich ist.

1941 wurde mit der Rodenkirchener Brücke die erste Autobahnbrücke über den Rhein gebaut.

Im zweiten Weltkrieg wurden alle Kölner Brücken zerstört.
Die Mülheimer Brücke, die Südbrücke und zuletzt die Rodenkirchener Brücke wurden von Bomben getroffen. Die Hohenzollernbrücke wurde 1945 von der Wehrmacht gesprengt.
Die Hindenburgbrücke versuchte man nach einem Bombentreffer noch zu reparieren. Während sie von Geflüchteten und Militärfahrzeugen stark benutzt wurde, stürzte sie am 28. Februar 1945 jedoch plötzlich ein und riss zahlreiche Menschen in den Tod. Die Anzahl der bei diesem Unglück Verstorbenen, ist bis heute ungeklärt. Ein Kettenglied an der Auffahrt zu heutigen Deutzer Brücke erinnert an die Toten.

24. April 1945: Die zerstörten Brücken im Rhein vor der ausgebombten Stadt.

Bereits 1946 begann man mit dem Wiederaufbau der Brücken. Die Deutzer Brücke wurde schon 1948 in ihrer heutigen Form – nur schmaler – eröffnet. Die Südbrücke und die Hohenzollernbrücke wurden zunächst provisorisch wieder aufgebaut und in den 1950er Jahren vervollständigt, Bei der Mülheimer und der Rodenkirchener Brücke entschied man sich für einen Neubau, der aber die Form der alten Brücke behalten sollte.

1959 wurde die Severinsbrücke als erste Nachkriegsbrücke eröffnet.
1966 folgte dann die Zoobrücke.

Heutige Brücken im Kölner Stadtplan.
Von Nord nach Süd: Mülheimer Brücke, Zoobrücke, Hohenzollernbrücke, Deutzer Brücke, Severinsbrücke, Südbrücke, Rodenkirchener Brücke


Aktuell (Stand 2020) wird die berüchtigte Leverkusener Brücke als achte Brücke neu gebaut. Diese befindet sich jedoch nur zur Hälfte auf Stadtgebiet und wird daher offiziell nicht gezählt. Im Kölner Süden soll eine neue Autobahnbrücke bei Godorf, sowie eine Straßenbahntrasse über den Rhein errichtet werden.

Mehr Informationen zu Köln gibt es hier:

KölnTourismus

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